Vertrauen wagen - Brücken bauen
Grenzen in Europa überwinden

Deutscher Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Ulm

Zum ersten Mal in der Geschichte des " Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland e.V" findet vom 24. bis 27. September ein "Deutscher Pfarrerinnen- und Pfarrertag" in Ulm statt.

Alle zwei Jahre kommen Pfarrerinnen und Pfarrer aus ganz Deutschland und unseren Partnerkirchen in Europa zu diesem großen Treffen zusammen. Der letzte "Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag " fand vor zwei Jahren in Dresden statt, der nächste ist 2002 in Hamburg geplant.

Das Thema dieses Jahres lautet:
"Vertrauen wagen - Brücken bauen Grenzen in Europa überwinden"
Für einen "Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag" in Ulm lag diese Thematik aus mehreren Gründen nahe:

  1. Entlang der Donau liegen eine Reihe von Kirchen, mit denen sowohl die württembergische als auch die bayerische Landeskirche gute Kontakte pflegen: Zu Kirchen in Österreich, der Slowakei, Ungarn, dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien. Die württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer zum Beispiel wissen sich - neben ihrer traditionellen Partnerschaft mit Monbeliard, dem alten Mömpelgard - besonders mit den Pfarrerinnen und Pfarrern in Siebenbürgen und der Slowakei verbunden. Sie pflegen regelmäßige persönliche Kontakte und leisten spürbare materielle Hilfen für die Amtsschwestern und -brüder und deren Familien. Die württembergische Pfarrerschaft bringt derzeit für diese Unterstützung und für die Evangelische Partnerhilfe in Osteuropa pro Jahr rund 2 Millionen DM an Spenden auf.
  2. Europa wird größer und wächst zusammen. Da liegt es nahe, nach der Rolle der Kirchen und insbesondere auch der Pfarrerinnen und Pfarrer in diesem Prozess des Zusammenwachsens zu fragen, uns an die christlichen Wurzeln des Abendlandes zu erinnern und zugleich unsere gemeinsamen Aufgaben in diesem neuen Europa zu bedenken.
  3. Manche Kolleginnen und Kollegen in unseren Partnerkirchen tun sich in ihrer Minderheitensituation schwer, in ökumenischer Offenheit geistlichen Austausch mit katholischen oder orthodoxen Mehrheitskirchen zu pflegen. Sie wollen wir an unseren guten ökumenischen Erfahrungen, speziell auch in Ulm, teilhaben lassen und dadurch i5rmut'i en gerade auch im Miteinander der Kirchen Vertrauen zu wagen und Brücken zu bauen.

Hervorragende Referenten werden in die Thematik einführen:
- Günter Verheugen, EU-Kommissar in Brüssel
- Prälat Dr. Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD
- Dr. Annette Schavan, Kultusministerin in Baden-Württemberg.

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Daneben konnten wir für die sechs Workshops kompetente Impulsgeber/innen und Gesprächspartner/innen gewinnen. So zum Beispiel den in Ulm nicht unbekannten Generalbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in der Slowakei, Dr. Julius Filo.

Der "Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag", dem eine Reihe von Sitzungen verschiedener Gremien vorausgeht, wird offiziell eröffnet mit einem festlichen Gottesdienst im Münster am Montag, 25. September um 16 Uhr, zu dem interessierte Gemeindeglieder beiderseits der Donau herzlich eingeladen sind. Die Predigt in diesem Gottesdienst wird Landesbischof Eberhardt Renz halten. Musikalisch wird dieser Gottesdienst unter anderem mit gestaltet durch den Schwäbischen Posaunendienst.

"Tag der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer"
Verbunden mit dem "Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag" feiern wir zugleich den diesjährigen "Tag der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer." 1891 wurde der "Evangelische Pfarrverein in Württemberg" gegründet. Heute gehören diesem Berufsverband der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer 3700 aktive und emeritierte Kolleginnen und Kollegen an. Von Anfang an hat der Evangelische Pfarrverein in Württemberg nicht nur beispielhafte berufsständische Sozialeinrichtungen geschaffen, sondern lädt jährlich auch zu einem "Tag der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer" ein. Neben Gottesdienst, Vortrag und Diskussion ist der Abend der Begegnung jeweils ein besonderer Schwerpunkt dieses Tages. Er bildet den festlichen Rahmen für die jährliche Jubilarehrung. Geehrt werden die Kolleginnen und Kollegen, die vor 10, 25, 40, 50, 60 und 70 Jahren das erste theologische Examen abgelegt haben. Pfarrerinnen und Pfarrer treten zwar wie andere Berufsgruppen auch in den Ruhestand, doch ihre Ordinationspflichten gelten lebenslang. Deshalb haben wir auch Jubilare, die vor 60 oder gar 70 Jahren ihren Dienst als Pfarrer begonnen haben.

Auch Neu-Ulm ist einbezogen
Eine Besonderheit des diesjährigen "Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages" ist die Tatsache, dass landeskirchen-übergreifend der zweite Tag dieses großen Treffens mit einer Andacht in der Petruskirche in Neu-Ulm begonnen wird. Wir verstehen dies nicht nur als einen symbolischen Akt des Brückenbauens über die Donau hinweg. Für viele Kolleginnen und Kollegen im Raum Ulm/Neu-Ulm, besonders auch für Frau Dekanin Burmann und mich ist dies eine bare Selbstverständlichkeit. Darum freuen wir uns diesseits und jenseits der Donau gemeinsam auf die Tage der Begegnung mit vielen Pfarrerinnen und Pfarrern aus Deutschland und Europa.

Hans-Hermann Keinath, Dekan in Ulm
(Vorsitzender des Evangelischen Pfarrvereins in Württemberg)

Bild: privat